RIVERS - Choreographers in Residence-Program in Regensburg (CiRR)

Eine Quelle entspringt: Eine Idee in Alexandra Karabelas Kopf. Es schlängelt sich ein Bächlein durch die Gedankenwelt der Ideenschöpferin. Ein Fluss entsteht. Hinzu kommt Katrin Hofreiter. Anerkannt und gefördert von der Stadt Regensburg, gibt es das Startzeichen für RIVERS – Choreographers in Residence in Regensburg (CiRR), dem neuen Projekt der Tanzstelle R e.V. in Kooperation mit Tanz_Denken und Hofreiter Tanz. Es finden sich TänzerInnen, ChoreographInnen, Orte und Ideen von hier und aus anderen Ländern. Sie brechen sich Bahn. Ein Strom, eine Gedanken- und Bewegungsflut durchdringt die Akteure und RIVERS kann sich seinen Wegsuchen und finden. Worin wird des Projekt münden? In eine ertragreiche Verbindung voller Inspirationen, Austausch und Vernetzung vorerst dreier beteiligter Länder: Deutschland, Tschechien und Österreich. Flüsse verbinden Länder, sie nähren, bieten Lebensraum und sind wirtschaftlicher Faktor. RIVERS tut auf seine Weise Ähnliches. RIVERS – CiRR fordert alle TeilnehmerInnen auf, Wissen untereinander zirkulieren zu lassen, sich gegenseitig auszutauschen, gemeinsam zu planen, zu realisieren und zu staunen. Gemeinsame Transformationen in Bewegung und Bild, Choreographie und Tanz als aktuelle Künste der Gegenwart werden gelebt.

RIVERS - 1. 2018 besteht aus zwei grenzüberschreitenden Arbeitsprozessen von KünstlerInnen aus Regensburg, Tschechien und Österreich. Die Auswahl der Partnerstaaten wurde dabei unter den Gesichtspunkten der Nachbarschaftlichkeit, der historisch und aktuellen engen kulturellen Anbindung Bayerns an die mittelosteuropäischen Staaten und der topographischen Verbundenheit durch die Donau entschieden. Über das Jahr verteilt, ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen, die verschiedenen Arbeitsergebnisse in form kurzweiliger Workshops, Performances, Lectures oder einfach literarischen oder filmischen Notizen zu genießen.

Tanzstelle R - RIVERS 1: Stones and Flows

RIVERS 1: Stones and Flows.

Erste Arbeitsergebnisse präsentierte die Tanzstelle R am 3. und am 4. März 2018: Am Samstag, 3. März 2018 tanzten Cindy Hammer (GER) und Martin Talaga (CZ) nach einem gemeinsam mit Alexandra Karabelas (GER) entwickelten Bewegungsmanifest ein Duett in Still: "Stones and Flowes. A German-Czech Dialogue". Die choreographische Partnerin ist Vera Ondrašíková aus Prag. Währenddessen erstellte Inken Hilgenfeld (GER) in Echtzeit eine überdimensionale Zeichnung aus Tusche.

Tanzstelle R - RIVERS 1: Stones and Flows

Am Sonntag, 4. März 2018 war jeder, der gerne tanzt und sich bewegt, eingeladen, das Bewegungsmanifest kennenzulernen und zu genießen: Gemeinsam mit Cindy Hammer und Martin Talaga wurden Bewegungsverfahren, - aufgaben und -methoden, die dem Duett zugrunde liegen, im Rahmen eines kurzweiligen Workshops am eigenen Leib ausprobiert.

Rivers 2: Zwischenräume

Im Sommer geht es nun weiter mit RIVERS: Auf die Bühne kommt Performance 2, und sie trägt den Titel „Zwischenräume“. Sommernachtgeeignet lässt Katrin Hofreiter am 13. Juli 2018 ab 21:30 Uhr auf dem Raddampfer RUTHOF des Donau-Schiffahrts-Museum Regensburg tanzen. Einlass wird ab 21:15 Uhr sein, die Karten sind an der Abendkasse erhältlich.

Zwischenräume – was passiert in anderen Ebenen? Zwischenräume entstehen meist zufällig, ungewollt, in der Kunst gern betrachtet und manchmal sogar inszeniert. In und aus Zwischenräumen, die vom Künstler und vom Betrachter vollkommen wertfrei entdeckt werden, entstehen große Erlebnisse und mächtige Räume, die eigenständig für sich existieren können. Sie brauchen kein Außen mehr, das ihnen Bedeutung und Gehalt gibt. Oft schon ist im Tanz aus einem Zwischenraum eine neue große Strömung entstanden.

Auch Katrin Hofreiter betrat gemeinsam mit ihrer Residenzpartnerin, der in Österreich lebenden Choreographin Katharina Weinhuber, neue Räume – mental, gedanklich und emotional. Das Resultat ihrer künstlerischen Zusammenarbeit im Rahmen von RIVERS sind „Zwischenräume“, die wir an einem ungewöhnlichen Ort erleben dürfen: Die RUTHOF, heutiges Museumsschiff, wurde 1922/23 in Regensburg erbaut. Das Dampfschiff diente als Zugschiff und bildet die Kulisse für den Tanzabend „Zwischenräume“.

Fünf Tänzerinnen werden sich auf drei Ebenen eines Schiffes bewegen und dort in Zwischenräume schlüpfen. Tanz, der nicht nur das Offensichtliche zeigt, sondern auch das Verborgene, das Erahnte, das Gefühl, das irgendwo schlummert, wird den Zuschauer so auf eine besondere Reise mit sich selbst bringen. Denn: Was bedeutet der Raum in dem ich mich bewege? Was passiert alles zwischen meinen offensichtlichen Räumen? Wie verbinde ich meine Räume? Wie entsteht mein Lebensfluss?

Tanzstelle R - RIVERS - Zwischenräume

Wer verhindert mein Fließen? - Antworten auf diese Fragen passieren oft im Unbewussten und werden selten ausformuliert und kommuniziert. Meist vertraut man nicht seiner inneren Stimme und lebt rational in den klar geordneten Räumen. Doch eigentlich könnte jeder Mensch in den Genuss kommen, mit seiner alle Räume durchdringen könnenden Intuition in Kontakt gebracht zu werden.
 
Videoinstallationen auf dem Mitteldeck lassen weitere Formen des „Dazwischen“ zu. Geräusche, Bilder, Klänge, Energien, Bewegungen, Gefühle und Formen - all das wirkt auf den Betrachter und kann „dazwischen“ oder „direkt“ bei ihm abgerufen und angelegt werden. Das schönste Erlebnis auf der „RUTHOF“ wird jener Zuschauer haben, der beobachtet, hört, fühlt, riecht und in den Fluss des Abends eintaucht.
 
Wer mag, kann sein Tanzerlebnis am nächsten Tag noch im Rahmen des begleitenden Workshops intensivieren.

Tanzstelle R - RIVERS - Zwischenräume